Porträt der Branche         Wettbewerb »Excellence in Production«    
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Porträt der Branche



Die Branche des Werkzeugbaus ist ausgesprochen arbeitsintensiv. Sie beschäftigt wesentlich mehr hochqualifizierte Ingenieure, Techniker und Facharbeiter als die meisten anderen Industriezweige. Produktvielfalt, Prozesssicherheit, Produktqualität und nicht zuletzt die Geschwindigkeit der Produktentwicklung seitens der Kunden stellen höchste Anforderungen. Um ihnen gerecht zu werden, ist die Branche längst aus der Rolle des reinen Hardware-Lieferanten herausgewachsen. So steht der Werkzeugbau immer häufiger auch seinen Kunden bei der Produktentwicklung zur Seite. Denn durch eine produktionsgerechte Konstruktion lassen sich nicht nur Fehler bei der Fertigung der Endprodukte vermeiden, sondern gleichzeitig auch Produktionskosten senken.
Die Strukturen der Werkzeugbaubranche sind typischerweise mittelständisch geprägt. Von den insgesamt rund 5000 Unternehmen dieses Sektors in Deutschland haben nahezu 80 Prozent weniger als 20 Mitarbeiter. Nur etwa 50 Unternehmen beschäftigen mehr als 100 Personen.
Die gesamte Branche erzielt einen Jahresumsatz von rund 5,5 Mrd. Euro, davon etwa 1,2 Mrd. Euro im Ausland. Die Einfuhren liegen mit Beträgen um 1 Mrd. Euro deutlich niedriger.
Die wichtigsten Auslandskunden sind Tschechien, die Schweiz, Großbritannien und die USA mit einem Exportvolumen von jeweils deutlich über 100 Mio. Euro p.a., gefolgt von Österreich, Frankreich und Italien (jeweils rd. 60-70 Mio. Euro p.a.).
In der industriellen Fertigung hält der Werkzeugbau eine Schlüsselposition: Werkzeuge üben entscheidenden Einfluss auf Prozesssicherheit und Prozessgeschwindigkeit aus - und damit auch auf die Qualität der hergestellten Produkte sowie die Kosten der Produktion. Nur qualitativ hochwertige Werkzeuge erfüllen die außerordentlichen Anforderungen und sie eignen sich dazu, die gewünschte Anzahl von Produkten ohne Qualitätsverlust zu produzieren.
Werkzeuge sind fast immer Unikate. Als Sonderlösungen werden sie in Einzelfertigung hergestellt und dienen ihrerseits zur Herstellung großer Stückzahlen von Produkten aller Art. Die Vorstellung, mit einem einzigen Werkzeug tausende, zigtausende ja sogar hunderttausende Produkte herzustellen, macht sofort deutlich, welche zentrale Rolle Werkzeuge in der industriellen Produktion spielen.
Der Werkzeugbau steht im Zentrum des fertigungstechnischen Know-Hows. Die Werkzeuge beeinflussen die Strukturen von Fertigungsoperationen, also Art, Anzahl, Reihenfolge und Geschwindigkeit von Fertigungsschritten, in entscheidendem Maße.
Werkzeuge kommen sowohl beim Urformen als auch beim Umformen zum Einsatz. Zum Urformen metallischer Werkstoffe dienen beispielsweise Druckgussformen, bei Kunststoffen sind Spritzgießwerkzeuge Mittel der Wahl. Für das Umformen werden hingegen etwa Schmiedegesenke, Presswerkzeuge oder Stanzwerkzeuge verwendet. Allen Werkzeugen gemeinsam ist die Eigenschaft, dass ihre Geometrie teilweise oder vollständig die Form des Werkstückes abbildet - also die Form des Produktes, das mit dem Werkzeug hergestellt wird. Ein weiteres Gebiet des Werkzeugbaus ist die Herstellung von Vorrichtungen. Diese sind an Werkstücke gebunden und dienen der Positionierung, Fixierung oder Einspannung sowie der Führung von Werkzeugen.